Hydrogenetische Moortypen

Die Entstehung und Entwicklung eines Moores ist von den hydrologischen Bedingungen abhängig. Diese werden durch Wasserzustrom, Grundwasserschwankungen und moorinterne Wasserströmungen gesteuert und beeinflussen Stofftransporte, die hydrologischen Eigenschaften der Moorvegetation und der Torfe selbst sowie den Schichtaufbau. In jüngerer Zeit spielt für die Moorgenese die Umlandbewirtschaftung eine zunehmend wichtigere Rolle (Succow & Joosten 2001, Ringler & Dingler 2005). Obwohl jedes Moor eine eigene Charakteristik besitzt, können sie aufgrund ihrer hydrologisch-entstehungsgeschichtlichen Verhältnisse entsprechenden hydrogentischen Moortypen zugeordnet werden (Succow & Jeschke 1990, Succow & Joosten 2001). Durch Änderungen im Wasserhaushalt sind viele Moore durch eine vertikale Abfolge verschiedener Moortypen gekennzeichnet. Anhand der Abfolgen lassen sich primäre, sekundäre und tertiäre Moorbildungen ableiten. Zusätzlich führen laterale Änderungen der hydrogeologischen Verhältnisse zu Mooren, in denen verschiedene Moortypen nebeneinander vorkommen. Um diese sehr komplex aufgebauten Moore detailliert zu beschreiben, sind aufwendige Geländeuntersuchungen notwendig. Für die geforderten Kohlenstoff-Bilanzierungen sind bundesweite, flächendeckende Kartierungen aufgrund des zeitlichen und finanziellen Aufwandes nicht realisierbar.

Basierend auf digitalen Datengrundlagen ist mittels eines GIS-basierten Moortypenbewertungsverfahrens die Ausweisung des dominierenden hydrogenetischen Moortyps möglich. Werden innerhalb eines Moorkomplexes mehrere Moortypen ermittelt, so wird anhand des größten Flächenanteils der dominierende Moortyp bestimmt (Entscheidungssystem). Die ausgewiesen hydrogenetischen Moortypen werden anhand von Leitprofilen definierten C-Speicher- und C-Freisetzungsklassen zugeordnet. Dadurch ist die Bilanzierung des Kohlenstoffpotentials differenziert nach dem jeweiligen hydrogenetischen Moortyp möglich.

Folgende hydrogenetische Moortypen können klassifiziert werden:



Literatur